Friedensfest in Coronazeiten 13. Juni 2020

Wie bereits mitgeteilt, wird das Friedensfest am 12.-14.06.2020 nicht so wie geplant stattfinden. Da die Veranstalter des Schild und Schwert Festivals sich jedoch auch von dem Corona-Virus nicht beirren lassen, bleiben natürlich auch wir aktiv.
Wir bekommen am 13.06.2020 Besuch aus der thüringischen Kleinstadt Themar, welche sich ebenfalls mit rechtsmotivierten Festivals und dergleichen vor der eigenen Haustür auseinandersetzt. Wir planen eine kleine gemeinsame Aktion mit wenigen Menschen auf dem Ostritzer Marktplatz. Dabei werden die ca. 120 weißen Holzkreuze aus Themar für die Opfer rechter Gewalt eine tragende Rolle spielen. Wir planen ein festes Programm von etwa einer Stunde mit Reden, dem Aufstellen der Kreuze und Musik. Die Aktionen sollen unter folgenden Gedanken stehen: In welcher Gesellschaft möchte ich leben? Was kann ich dazu beitragen und wer oder was kann mir dabei helfen?
◦ Das Kernprogramm von etwa einer Stunde wird live ins Internet übertragen. Auf diese Weise können alle Freundinnen und Freunde des Ostritzer Friedensfestes ohne Ansteckungsgefahr direkt daran teilhaben. Nähere Infos folgen.
◦ Außerdem wird eine Langzeitlesung stattfinden. Hier könnten zum Beispiel Werke zu hören sein, welche zu NS-Zeiten verboten waren. Für die Langzeitlesung (etwa 15-23 Uhr) werden noch LeserInnen gesucht. Wer Lust hat daran mitzuwirken, kann uns gerne ein Zeichen geben, wir freuen uns über jede Unterstützung.
◦ In der Stadt werden Banner (z.B. von der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora) und Sprüche zu finden sein, so dass alle Teilnehmenden des Schild und Schwert Festivals sehen, dass wir andere Wertvorstellungen haben als sie.

Absage Friedensfest 12.-14.06.2020

Schweren Herzens haben wir nun die Entscheidung getroffen, dass geplante große Friedensfest vom 12.-14. Juni 2020 auf dem Ostritzer Marktplatz abzusagen. Selbst wenn sich die Situation in den nächsten Wochen weiter entspannen sollte, wollen wir keine große Menschenansammlung verantworten. Da nicht klar ist, wie sich die Versammlungsmöglichkeit bis Juni entwickeln wird und ob die Gäste des ehemaligen Hotels Neisseblick davon Gebrauch machen werden, planen wir eine aussagekräftige Ersatzveranstaltung ohne Einsatz von Personen auf dem Ostritzer Marktplatz, welche nach Möglichkeit online übertragen werden soll. Nähere Informationen dazu stellen wir rechtzeitig zur Verfügung.

Wir danken unseren Unterstützerinnen und Unterstützern, Freundinnen und Freunden für Ihr Verständnis und freuen uns darauf euch und Sie hoffentlich bald gesund und frohen Mutes wieder zu treffen. Bis dahin wünschen wir alles Gute und senden schöne Grüße aus Ostritz.

Die Initiative „Ostritzer Friedensfest“

Herzliche Ostergrüße

Marktplatz Ostritz

Liebe Freundinnen und Freunde des Ostritzer Friedenfestes.

„Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben…“

Diese melancholischen Zeilen aus Rilkes Gedicht „Herbsttag“ von 1902 passen auch in den Frühling 2020 und wir hoffen sehr, dass Sie in diesen schwierigen Zeiten nicht alleine sind und dass es Menschen gibt, die für Sie da sind.

Wer hätte sich vor ein paar Wochen vorstellen können, dass ein kleines unsichtbares Virus unser Leben innerhalb kürzester Zeit so verändern und auf den Prüfstand stellen würde. Sicherlich die Wenigsten von uns.

Quasi von heute auf morgen scheint die Welt fast still zu stehen und so manch einer fragt sich in diesen Tagen, wie es sein wird, wenn diese Krise überwunden ist.

Viele Menschen haben Existenzängste, aber vor allem Sorge um ihre Gesundheit und die ihrer Angehörigen.

Unsere alltäglichen Gewohnheiten sind eingeschränkt und wir spüren, wie unbeschwert und frei wir bisher unseren Alltag gestalten und unser Leben genießen konnten.

Aber wir fühlen und sehen eben auch eine starke hilfsbereite Gemeinschaft, welche die unabdingbaren Einschränkungen aus Rücksicht und Verantwortung zu unseren lieben Mitmenschen annimmt.

Und so verbringen viele von uns die Osterfeiertage nicht wie gewohnt im Kreise ihrer Familien, Verwandten oder Freundinnen und Freunde. Aber in Gedanken und mit diesen Zeilen sind wir bei Ihnen und Euch.

Mit einem kleinen Blumengruß vom Marktplatz in Ostritz, senden wir allen Mitmenschen herzliche Ostergrüße sowie den Wunsch für Zuversicht und Hoffnung.

Verlieren wir auch in diesen schwierigen Zeiten nicht die Freude am Leben und hoffen und freuen wir uns auf ein baldiges Wiedersehen.

Bis dahin wünschen wir Ihnen/Euch alles Gute, vor allem aber beste Gesundheit und eine gute Zeit, wir fühlen uns in Gedanken mit Ihnen/ Euch verbunden.

Hier noch ein paar Worte für Sie und Euch, welche uns in den letzten Tagen sehr bewegt haben.

Herzlich die Initiative „Ostritzer Friedensfest“

Absage Friedensfest 18.04.2020

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer des Ostritzer Friedensfestes,

Handeln mit Herz und Verstand steht in diesen Tagen an oberster Stelle.

Aus diesem Grunde sagen wir das geplante Vorbereitungstreffen am 30.03.2020 UND das Friedensfest am 18.04.2020 ab!

Zahlreiche Anfragen haben uns in den letzten Tagen erreicht. Wir wollten aber nicht vorschnell reagieren – u.a. auch, um den Druck für eine generelle Absage vom Versammlungsgeschehen in Ostritz aufrecht zu erhalten. Jetzt gibt es eine Allgemeinverfügung des Landkreises, die nicht nur Veranstaltungen, sondern auch Versammlungen mit über 75 Menschen untersagt und das, was uns schon einige Tage am Herzen lag, kann jetzt offiziell bestätigt werden.

Natürlich sind wir auch traurig, da bereits unzählige Stunden Arbeit von so vielen Menschen in den Vorbereitungen stecken. Aber unser Motto „Hinsehen, Handeln und Zeichen setzten“ gilt auch hier. Unsere Solidarität gilt allen älteren Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen. Unsere Solidarität gilt auch allen Menschen im Gesundheitswesen und anderen Unterstützungssystemen. Aus diesem Grunde werden wir die Situation weiter genau beobachten und rechtzeitig Entscheidungen für den 12-14. Juni treffen.

Bis dahin grüßt herzlich

Die Initiative „Ostritzer Friedensfest“

Deutscher Engagementpreis für Ostritzer Friedensfest

Bürgermeisterin Marion Prange und Georg Salditt nahmen den Sonderpreis der Jury entgegen, der von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey übergeben wurde.

Berlin (krm) Das Ostritzer Friedensfest ist heute im Deutschen Theater in Berlin mit einem Sonderpreis des Deutschen Engagementpreises ausgezeichnet worden. Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey lobte die Macher des Friedensfestes für ihren kreativen Protest gegen Neonazis. „Dieses Engagement ist mit Geld nicht aufzuwiegen. Man kann nur danken für diesen Einsatz, mit dem sie ein klares Zeichen für unsere Gesellschaft in der Hass und Ausgrenzung nicht den Ton angeben sollen, sondern Menschlichkeit und ein demokratisches Miteinander“, sagte Giffey.
Die Jury des Deutschen Engagementpreises will nach eigenen Angaben mit diesem zusätzlichen Sonderpreis ein Zeichen setzen: Der Preis hebe ein Projekt hervor, das in besonderem Maße beispielhaft für freiwilliges Engagement und eine couragierte Zivilgesellschaft steht – die „Ostritzer-Friedensfest-Initiative“. „Die kleine Stadt Ostritz in Sachsen sorgt für großes Aufsehen: Seit 2018 engagieren sich die Bürgerinnen und Bürger mit ihren Friedensfesten und einem Friedenslauf für ein demokratisches Miteinander in ihrer Region, als Antwort auf rechtsextreme Festivals und Kampfsportveranstaltungen in Ostritz. Mit ihren Friedensfesten hat sich die Bürgerschaft ehrenamtlich, zusammen mit dem Internationalen Begegnungszentrum und der Stadtverwaltung, dazu entschlossen, ihre Stadt nicht den Rechtsextremen zu überlassen. Mit großem, kreativem Engagement ist es den Friedensfesten gelungen, lokal und überregional den öffentlichen, demokratischen Raum zu verteidigen – beispielhaft!“ schreibt die Jury in ihrer Begründung zur Preisverleihung. Der Sonderpreis wird einmalig verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert.

Der Deutsche Engagementpreis ist der Dachpreis für bürgerschaftliches Engagement in Deutschland. Er würdigt das freiwillige Engagement von Menschen in unserem Land und all jene, die dieses Engagement durch die Verleihung von Preisen unterstützen. Ziel ist es, die Anerkennungskultur in Deutschland zu stärken und mehr Menschen für freiwilliges Engagement zu begeistern.

Initiator und Träger des seit 2009 vergebenen Deutschen Engagementpreises ist das Bündnis für Gemeinnützigkeit, ein Zusammenschluss von großen Verbänden der Zivilgesellschaft in Deutschland. Förderer sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Deutsche Fernsehlotterie und die Deutsche Bahn Stiftung.

Friedensfest Initiative gewinnt den Sonderpreis!

die Ostritzer Friedensfest Initiative ist Preisträger des ersten Sonderpreises beim Deutschen Engagementpreis. Wir freuen uns sehr darüber und danken allen Aktiven, Unterstützern und Helfern im Vorder- und im Hintergrund. Ihr macht es möglich das wir aus Ostritz ein starkes Signal in die Welt senden können.

Danke!

Die Laudatio hielt Dr. Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Im Saal gab es Standing ovations für die Ostritzer Friedensfest Initiative

Ostritzer Friedensfestinitiative nominiert für den Deutschen Engagementpreis

„Wir wollen mit unseren Friedensfesten zeigen, dass eine Stadt gemeinsam mit einer couragierten Zivilgesellschaft etwas gegen rechtsextreme, nationalistische und fremdenfeindliche Umtriebe tun kann!“

Die kleine Stadt Ostritz in Sachsen sorgt für großes Aufsehen: Seit 2018 engagieren sich die Bürgerinnen und Bürger mit ihren Friedensfesten und einem Friedenslauf für ein demokratisches Miteinander in ihrer Region. Dies ist ihre Antwort auf rechtsextreme Festivals und Kampfsportveranstaltungen in Ostritz mit hunderten Besucherinnen und Besuchern.  Mit ihren Friedensfesten hat sich die Bürgerschaft, zusammen mit dem Internationalen Begegnungszentrum und der Stadtverwaltung dazu entschlossen, ihre Stadt nicht den Rechtsextremen zu überlassen. So beanspruchen sie den öffentlichen Raum für sich, um ein Fest für Demokratie, Toleranz und Vielfalt zu feiern. Mit großem, kreativem Engagement ist es den Friedensfesten gelungen, lokal und überregional große Resonanz zu gewinnen – beispielhaft!  

Hier gehts zum Livestream:

Weiter Infos unter:

https://www.deutscher-engagementpreis.de/

Filmtour „Blut mss Fliessen“

Liebe Mitwirkende und Unterstützer des Ostritzer Friedensfestes,

Dieses Jahr im Juni war wie bereits im letzten November der Regisseur Herr Peter Ohlendorf im Rahmen des Ostritzer Friedensfestes mit seiner investigativen Dokumentation „Blut muss fließen“ – Undercover unter Nazis bei uns zu Gast. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Blut_muss_flie%C3%9Fen

Aufgrund des großen Interesses und der anhaltenden Nachfrage von verschiedenen Institutionen der Region, haben wir uns dazu entschlossen Herrn Ohlendorf mit seinem Film erneut zu uns einzuladen.

Hierfür möchten wir euch zu folgenden Veranstaltungen herzlich einladen:

Dienstag 12.11.2019, 16:30 Uhr       –        Kronenkino, Zittau

Mittwoch 13.11.2019, 16:00 Uhr       –        Martin-Luther-King Haus, Hoyerswerda

Donnerstag 14.11.2019, 19:00 Uhr   –        Jugendkulturzentrum BASTA!, Görlitz

Im Anschluss wird es eine Diskussionsrunde mit dem Regisseur geben.

Wir freuen uns auf eure Teilnahme,

Euer Orgateam des Ostritzer Friedensfest

Schweigeminute für die Opfer von Halle

Auf Grund der schrecklichen Ereignisse am gestrigen Tag in Halle, welche die Bundesanwaltschaft als rechtsextremistisch und antisemitisch motivierte Tat einschätzt, möchten wir gemeinsam mit möglichst vielen Menschen aus Ostritz und der Region, der Opfer und deren Angehörigen in einigen Schweigeminuten gedenken.
Daher unsere Bitte – Kommen Sie nach Ostritz zum Ostritzer Friedensfest.
Wir möchten nach der geplanten Musikaufführung „Herz statt Hetze“, gemeinsam mit allen Besuchern um 20.00 Uhr in einigen Schweigeminuten in einem Lichtermeer fest zusammen stehen, den Klang aller drei Kirchenglocken lauschen, um Sie dann zu der nachdenklich stimmenden Premiere – „Sitzmenschen“ der Dresdner Company einzuladen.
Unterstützen Sie bitte unser Anliegen, wir freuen uns auf Ihr/Euer Kommen.

Herzlichen Dank.

Verwaltungsgericht bestätigt Untersagungsverfügung der Stadt Ostritz

Die 6. Kammer des Verwaltungsgerichts Dresden hat mit Beschluss vom 9. Oktober 2019 (6 L 788/19) den Eilantrag des Veranstalters der am Samstag, den 12. Oktober 2019, in der Gemeinde Ostritz geplanten Kampfsportveranstaltung „Kampf der Nibelungen“ abgelehnt. Damit bleibt diese für Samstag, den 12. Oktober 2019, angemeldete Veranstaltung sowie mögliche Ersatzveranstaltungen verboten. 
Die Stadt Ostritz hatte die Veranstaltung mit sofort vollziehbarem Bescheid vom 4. Oktober 2019 untersagt. Die Untersagung wurde damit begründet, dass von der Veranstaltung eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgehe. Auch unter Auswertung von Erkenntnissen der zuständigen Behörden war die Stadt Ostritz zu der Auffassung gelangt, dass die Veranstaltung entgegen der öffentlichkeitswirksamen Darlegungen keinen Sportcharakter habe, sondern in den Dienst der rechtsextremen Kampfertüchtigung gestellt sei und dies der Vorbereitung eines politischen Kampfes diene. 
Wie das Verwaltungsgericht Dresden mitteilt, hat die Kammer ihre Eilentscheidung auf der Grundlage einer Interessenabwägung getroffen, weil sie im Rahmen der vorzunehmenden summarischen Prüfung nicht die erforderliche Überzeugung gewinnen konnte, dass das ausgesprochene Verbot offensichtlich rechtswidrig sei. Sie teilte insoweit die Einschätzung der Stadt Ostritz, dass die geplante Veranstaltung nicht in erster Linie sportlichen Charakter habe, sondern der Schaffung eines Zusammengehörigkeitsgefühls und der gegenseitigen Bestärkung im politischen Kampf gegen das hassenswerte System der freiheitlich demokratischen Grundordnung dienen solle. Die Kammer habe jedoch aufgrund der vorhandenen Tatsachenbasis nicht die sichere Annahme einer gegenwärtigen konkreten Gefahr teilen können. Die daher vorzunehmende Interessenabwägung zwischen dem öffentlichen Interesse an der Sicherung der freiheitlich demokratischen Grundordnung und dem wirtschaftlichen Interesse des Veranstalters sei aufgrund des besonders hochwertigen öffentlichen Schutzgutes letztlich zu Lasten des Antragstellers ausgefallen. 
Der Antragsteller kann gegen den Beschluss Beschwerde beim Sächsischen Oberverwaltungsgericht einlegen.